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Fior di Campo in Campo

Enrico Dotta und Vincenzo Pedrazzini (v. l.)

Als ich vor Jahrzehnten in das Valle di Campo fuhr, war ich beeindruckt von der Abgeschiedenheit und von den Palazzi im Dorf, die ich hier nie erwartet hätte. Zwar wird Campo durch das Postauto mit der Welt verbunden, aber selbst im Tessin ist solch eine Abgeschiedenheit selten. Natürlich leidet der Ort unter der Abwanderung, aber vor Jahren ist es Vincenzo Pedrazzini gelungen, im Dorf seiner Vorfahren ein Ausrufezeichen zu setzen, indem er alte Häuser gekauft, renoviert und wieder an Tessiner verkauft hat, die nun an den Wochenenden regelmässig von Locarno und Lugano zuhinterst ins Tal fahren, um sich eine Auszeit von der Stadt zu nehmen. Dies in einer intakten Bergwelt mit Seen, Bächen, Feldern, Wäldern, Wiesen und dem schicken Landhotel Fior di Campo, das aus dem einfachen Ristorante Porta entstanden ist, und das seine elegante Garderobe durch Heidi Kern, die Partnerin von Vincenzo, erhalten hat. Nun kurbeln nicht nur alltagsmüde Deutschschweizer Hotelgäste die Wirtschaft in Campo an, sondern auch die Tessiner, was eine gewisse Nachhaltigkeit zu garantieren scheint. Warum das Landhotel von uns nicht in der Sparte «Unter einem Dach» ausgezeichnet wird, hat mit dem noch nicht allzu lang im «Fior di Campo» kochenden Piemonteser Enrico Dotta zu tun, der für mich eine absolute Entdeckung ist und überraschende Gerichte präsentiert, die grosse Freude bereiten. Für den kleinen Appetit für zwischendurch wartet auf der Terrasse mit Aussicht eine hervorragende Auswahl an regionalen Würsten, Schinken und Käse. 

Bisherige Auszeichnungen:
2026: «Chutz» in Oberbuchsiten, Solothurn
2025: Grotto al Pentolino in Verdasio, Tessin
2024: «Tables d’hôtes de Jeanne Cuenin» in Saint-Ursanne, Jura
2023: «Maria’s Esszimmer» im Seetal, Aargau
2022: «Magdi» in Luzern
2021: Brasserie Uno in Zermatt, Wallis
2020: «Morgensonne» in Wilen, Thurgau
2019: «Moment» in Bern